Unbedenklichkeitsbescheinigung Erst zahlen, dann Grundbuch.
Die Unbedenklichkeitsbescheinigung bestätigt dem Grundbuchamt, dass Ihre Grunderwerbsteuer bezahlt ist. Ohne sie werden Sie nicht als Eigentümer eingetragen. Bei 400.000 € Kaufpreis in Nordrhein-Westfalen müssen Sie dafür zuerst 26.000 € Grunderwerbsteuer überweisen.
Wann erteilt das Finanzamt die Bescheinigung?
Sobald die Grunderwerbsteuer entrichtet, sichergestellt oder gestundet ist oder der Erwerb steuerfrei ist. Das Finanzamt kann sie auch erteilen, wenn die Steuer nach seinem Ermessen nicht gefährdet ist. Die Bescheinigung ergeht schriftlich und geht in der Regel direkt an den Notar.
Vom Notartermin bis zur Bescheinigung.
Die Unbedenklichkeitsbescheinigung ist eine der letzten Voraussetzungen, bevor das Grundbuchamt Sie als Eigentümer einträgt.
- Tag 0 Beurkundung Kaufvertrag beim Notar. Mit dem Vertrag entsteht die Grunderwerbsteuer.
- binnen 2 Wochen Anzeige ans Finanzamt Der Notar übermittelt den Vertrag elektronisch an das zuständige Finanzamt.
- danach Steuerbescheid Das Finanzamt schickt Ihnen den Grunderwerbsteuerbescheid.
- 1 Monat nach Bescheid Zahlung Überweisen Sie die Steuer fristgerecht, sonst verzögert sich alles Weitere.
- nach Zahlung Bescheinigung Das Finanzamt stellt die Unbedenklichkeitsbescheinigung aus und übermittelt sie dem Notar.
- zum Schluss Umschreibung Der Notar beantragt Ihre Eintragung, sobald auch der Kaufpreis bezahlt ist.
Quellen: §§ 15, 18, 22 GrEStG; Bundesnotarkammer, Infoblatt Kauf einer gebrauchten Immobilie. Stand 04.11.2026.
So viel Steuer vor der Bescheinigung.
Ohne gezahlte Grunderwerbsteuer keine Bescheinigung. Für 400.000 € Kaufpreis in vier Ländern. Die Steuer gehört zu den Kaufnebenkosten, die Banken in der Baufinanzierung meist aus Eigenkapital erwarten.
Steuersätze der Länder aus unserer Übersicht zur Grunderwerbsteuer, Stand 13.09.2026.
Drei Bescheinigungen mit gleichem Namen.
Der Begriff wird auch für andere Bescheinigungen des Finanzamts verwendet. Für den Immobilienkauf zählt nur die erste.
Für das Grundbuch
Der Erwerber eines Grundstücks darf erst eingetragen werden, wenn diese Bescheinigung vorliegt (§ 22 Abs. 1 GrEStG). Sie gilt auch für Erbbaurechte und Eigentumswohnungen. Die obersten Finanzbehörden der Länder können Ausnahmen zulassen.
Für Banken und Versicherungen
Sollen Guthaben an Erben im Ausland ausgezahlt werden, verlangt die Bank eine Unbedenklichkeitsbescheinigung zur Erbschaftsteuer. Bis 5.000 Euro haftet sie nicht (§ 20 Abs. 6 und 7 ErbStG, Finanzamt NRW).
Bescheinigung in Steuersachen
Für öffentliche Aufträge oder Auftraggeber bescheinigt das Finanzamt das steuerliche Verhalten eines Unternehmens. Früher hieß sie steuerliche Unbedenklichkeitsbescheinigung (service.berlin.de). Mit dem Immobilienkauf hat sie nichts zu tun.
So vermeiden Sie Verzögerungen.
Meist dauert es nicht die Bescheinigung selbst, sondern die Zahlung. Vier Punkte, die Sie in der Hand haben.
Ihre Rechte sichert bis dahin die Auflassungsvormerkung. Die Umschreibung folgt, wenn Kaufpreis und Steuer bezahlt sind.
- 01 Eigenkapital bereithalten
Die Steuer ist einen Monat nach Bescheid fällig. Halten Sie den Betrag bereit, wenn Ihre Immobilienfinanzierung die Nebenkosten nicht abdeckt.
- 02 Bescheid prüfen
Stimmen Kaufpreis und Anteile? Mitverkaufte bewegliche Sachen gehören nicht zur Bemessungsgrundlage.
- 03 Steuernummer angeben
Zahlen Sie mit dem Verwendungszweck des Bescheids, damit das Finanzamt die Zahlung sofort zuordnet.
- 04 Gesamtschuld beachten
Steuerschuldner sind Käufer und Verkäufer (§ 13 Nr. 1 GrEStG). Üblich ist, dass der Käufer laut Vertrag zahlt.
VerwandteBegriffe.
- Grundbuch und RechtAuflassungEinigung von Verkäufer und Käufer über den Eigentumsübergang an einem Grundstück, bei gleichzeitiger Anwesenheit vor dem Notar erklärt (§ 925 BGB).Begriff öffnen
- Grundbuch und RechtAuflassungsvormerkungEintrag in Abteilung II des Grundbuchs, der den Anspruch des Käufers auf das Eigentum bis zur Umschreibung sichert.Begriff öffnen
- Grundbuch und RechtGrundbuchAmtliches Register beim Amtsgericht, das für jedes Grundstück Eigentümer, Lasten und Grundpfandrechte festhält.Begriff öffnen
- Grundbuch und RechtGrundbuchamtAbteilung des Amtsgerichts, die das Grundbuch für die Grundstücke ihres Bezirks führt, Eintragungen vornimmt und Auszüge erteilt (§ 1 GBO).Begriff öffnen
- Kauf und KostenNotarterminTermin beim Notar, in dem der Kaufvertrag einer Immobilie vorgelesen, erläutert und von Käufer und Verkäufer unterschrieben wird; oft folgt die Grundschuld gleich danach.Begriff öffnen
- Kauf und KostenKaufvertrag (Immobilie)Notariell beurkundeter Vertrag über den Kauf eines Hauses, einer Wohnung oder eines Grundstücks mit Preis, Fälligkeit, Übergabe, Haftung und Auflassung.Begriff öffnen
- Grundbuch und RechtLastenfreistellungBeseitigung der Grundschulden und Rechte des Verkäufers im Grundbuch beim Immobilienkauf, meist bezahlt aus dem Kaufpreis und organisiert vom Notar.Begriff öffnen
- Grundbuch und RechtGrundbuchberichtigungKorrektur des Grundbuchs, wenn es nicht mehr die wirkliche Rechtslage zeigt, meist die Eintragung der Erben als neue Eigentümer; binnen zwei Jahren nach dem Erbfall gebührenfrei.Begriff öffnen
- A bis ZAlle BegriffeDas Lexikon zur Baufinanzierung, kurz erklärt mit Beispielen.Zum Lexikon
Fragen zu Unbedenklichkeitsbescheinigung.
Kurz beantwortet, nach Grunderwerbsteuergesetz.
0800 707 4000Eine Bescheinigung des Finanzamts, dass Ihrer Eintragung ins Grundbuch keine steuerlichen Bedenken entgegenstehen. Sie wird erteilt, wenn die Grunderwerbsteuer bezahlt ist (§ 22 GrEStG).
Sie hängt vor allem an Ihrer Zahlung. Der Notar meldet den Vertrag binnen zwei Wochen, danach kommt der Bescheid, fällig einen Monat nach Bekanntgabe. Nach Eingang der Zahlung stellt das Finanzamt die Bescheinigung aus.
Für das Einholen der Bescheinigung berechnet der Notar keine Vollzugsgebühr (GNotKG, Vorbemerkung 2.2.1.1). Vorher bezahlen müssen Sie die Grunderwerbsteuer, die je nach Land 3,5 bis 6,5 Prozent des Kaufpreises beträgt.
In der Regel nicht. Das Finanzamt übermittelt sie direkt dem Notar, der die Eigentumsumschreibung beantragt.
Manche Banken finanzieren Nebenkosten mit, meist zu höheren Zinsen. Wie das geht, steht unter Baufinanzierung ohne Eigenkapital.
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