Grundsteuer Was Eigentümer jährlich zahlen.
Die Grundsteuer ist eine jährliche Steuer auf Grundstücke und Gebäude, die die Gemeinde erhebt. Im Bundesmodell rechnen Sie Grundsteuerwert mal Steuermesszahl mal Hebesatz: Bei 250.000 € Grundsteuerwert, 0,31 ‰ und 500 % Hebesatz sind das 387,50 € im Jahr. Gezahlt wird in vier Raten.
Wer zahlt die Grundsteuer?
Steuerschuldner ist, wem das Grundstück bei der Feststellung des Grundsteuerwerts zugerechnet ist, also der Eigentümer. Festgesetzt wird nach den Verhältnissen am 1. Januar. Wer im Laufe des Jahres kauft, zahlt gegenüber der Gemeinde meist erst ab dem Folgejahr. Den Ausgleich für das laufende Jahr regelt der Kaufvertrag.
So berechnen Sie die Grundsteuer.
Drei Stufen, drei Stellen: Das Finanzamt stellt den Grundsteuerwert fest und setzt den Messbetrag fest, die Gemeinde wendet ihren Hebesatz an und verschickt den Bescheid.
- 01 Grundsteuerwert
vom Finanzamt festgestellt250.000 € Annahme Im Bundesmodell aus Bodenrichtwert, Fläche, Baujahr und statistischer Miete. - 02 Steuermessbetrag
Wert × 0,31 ‰250.000 € × 0,31 ‰ 77,50 € im Jahr Messzahl für Wohngrundstücke nach § 15 GrStG. - 03 Grundsteuer
Messbetrag × Hebesatz77,50 € × 500 % 387,50 € im Jahr Je Quartal 96,88 €.
- HebesatzJede Gemeinde beschließt ihren Hebesatz selbst, bis zum 30. Juni mit Wirkung ab 1. Januar (§ 25 GrStG). Er steht in der Hebesatzsatzung und auf dem Bescheid.
- ErmäßigungenDie Messzahl sinkt um 25 Prozent bei gefördertem Wohnraum und um 10 Prozent für Baudenkmäler (§ 15 Abs. 2 und 5 GrStG).
Grundsteuerwert und Hebesatz sind Annahmen für das Bundesmodell. In Ländern mit eigenem Modell weicht der Weg zum Messbetrag ab. Stand 04.11.2026.
Grundsteuer nach Hebesatz der Gemeinde.
Gleicher Messbetrag von 77,50 €, unterschiedliche Gemeinden: So stark verändert der Hebesatz die Jahressteuer.
| Hebesatz | Grundsteuer im Jahr | je Quartal | je Monat |
|---|---|---|---|
| 400 % | 310,00 € | 77,50 € | 25,83 € |
| 500 % | 387,50 € | 96,88 € | 32,29 € |
| 600 % | 465,00 € | 116,25 € | 38,75 € |
| 700 % | 542,50 € | 135,63 € | 45,21 € |
| 900 % | 697,50 € | 174,38 € | 58,13 € |
Hebesätze als Beispielwerte, kein Durchschnitt. Den Satz Ihrer Gemeinde finden Sie in deren Hebesatzsatzung.
Bundesmodell oder eigenes Landesmodell.
Seit der Reform dürfen die Länder vom Bundesrecht abweichen. Wie der Messbetrag entsteht, hängt deshalb vom Land ab, in dem die Immobilie liegt. Der Hebesatz kommt überall von der Gemeinde.
Stand 04.11.2026- Bund Bundesmodell
Grundsteuerwert nach Bewertungsgesetz, Messzahl 0,31 ‰ für Wohngrundstücke. Gilt in den Ländern ohne eigenes Gesetz.
§§ 13, 15 GrStG - eigenes Gesetz Baden-Württemberg, Hamburg, Niedersachsen
Eigene Landesgrundsteuergesetze (LGrStG, HmbGrStG, NGrStG) mit abweichender Bewertung.
Fußnoten zu GrStG und BewG - Fläche Bayern und Hessen
Bayern nutzt ein wertunabhängiges Flächenmodell, Hessen ein Flächen-Faktor-Verfahren.
grundsteuer.bayern.de, finanzamt.hessen.de - Messzahl Saarland und Sachsen
Bundesmodell mit eigenen Steuermesszahlen. Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz erlauben den Gemeinden unterschiedliche Hebesätze.
Fußnoten zu §§ 15, 25 GrStG
Grundsteuer in der Monatsrechnung.
Banken rechnen die laufenden Kosten der Immobilie in die Haushaltsrechnung ein. Mit 320.000 € Darlehen, 10 Jahren Zinsbindung und 2 Prozent Tilgung:
- DarlehensrateMit dem Sollzins der Beispielkondition (3,42 %, Stand 17.09.2026) beträgt die Rate 1.445,33 € im Monat.
- Grundsteuer anteilig387,50 € im Jahr sind 32,29 € im Monat. Bei einer Eigentumswohnung zahlen Sie die Grundsteuer direkt an die Gemeinde, nicht über das Hausgeld.
- Planen Sie mit ReserveHebesätze können steigen. Prüfen Sie den aktuellen Satz und den Bescheid des Verkäufers vor dem Kauf.
- Darlehensrate
- 1.445,33 €
- Grundsteuer je Monat
- 32,29 €
- Summe
- 1.477,63 €
Beispielkondition 3,42 % Sollzins, 10 Jahre, Stand 17.09.2026. Grundsteuer aus dem Rechenweg oben.
Grundsteuer im Jahr des Hauskaufs.
Gegenüber der Gemeinde zählt der 1. Januar, im Verhältnis zum Verkäufer der Kaufvertrag. Vier Situationen, die Käufer kennen sollten.
Verkäufer bleibt Schuldner
Für das Kaufjahr bleibt der Verkäufer gegenüber der Gemeinde Schuldner, weil am 1. Januar ihm das Grundstück zugerechnet war (§§ 9, 10 GrStG). Im Kaufvertrag gehen Nutzen und Lasten meist mit der Kaufpreiszahlung über. Ab dann tragen Sie die Grundsteuer intern anteilig.
Neuer Bescheid an Sie
Nach dem Eigentumswechsel rechnet das Finanzamt den Grundsteuerwert Ihnen zu. Ab dem folgenden 1. Januar erhalten Sie den Bescheid der Gemeinde. Planen Sie die Grundsteuer als festen Posten in Ihrer Baufinanzierung ein.
Haftung des Käufers
Die Grundsteuer ruht als öffentliche Last auf dem Grundstück (§ 12 GrStG). Der Erwerber haftet neben dem früheren Eigentümer für die Steuer seit Beginn des letzten Kalenderjahres vor der Übereignung (§ 11 Abs. 2 GrStG). Lassen Sie sich die Zahlung der letzten Raten bestätigen.
Erlass bei Ertragsausfall
Fällt bei einem bebauten Grundstück der normale Rohertrag um mehr als die Hälfte aus und haben Sie das nicht zu vertreten, wird die Grundsteuer zu 25 Prozent erlassen, bei vollem Ausfall zu 50 Prozent (§ 34 GrStG).
VerwandteBegriffe.
- Kauf und KostenBodenrichtwertDurchschnittlicher Lagewert für den Boden je Quadratmeter, vom Gutachterausschuss aus Kaufpreisen ermittelt und für jeden einsehbar.Begriff öffnen
- Kauf und KostenHausgeldMonatliche Vorschüsse der Wohnungseigentümer an die Gemeinschaft für laufende Kosten und Rücklage, festgelegt im Wirtschaftsplan (§ 28 WEG).Begriff öffnen
- Kauf und KostenVerkehrswertPreis, den eine Immobilie am Stichtag im gewöhnlichen Geschäftsverkehr erzielen würde (§ 194 BauGB); ermittelt mit Vergleichs-, Ertrags- oder Sachwertverfahren.Begriff öffnen
- Grundbuch und RechtDenkmalschutzSchutz von Baudenkmälern nach Landesrecht: Erhaltungspflicht und Erlaubnis für Veränderungen, dafür steuerliche Vorteile und Förderung.Begriff öffnen
- Grundbuch und RechtErbbaurechtRecht, auf einem fremden Grundstück ein Haus zu haben, gegen einen jährlichen Erbbauzins, oft für 60 bis 99 Jahre.Begriff öffnen
- Grundbuch und RechtNießbrauchRecht, eine fremde Immobilie vollständig zu nutzen: selbst bewohnen oder vermieten. Das Eigentum bleibt beim Eigentümer.Begriff öffnen
- Kauf und KostenÜbergabeprotokollSchriftliche Aufnahme von Zustand, Zählerständen, Schlüsseln und Unterlagen, wenn die gekaufte Immobilie an den Käufer übergeben wird.Begriff öffnen
- Kauf und KostenKaufvertrag (Immobilie)Notariell beurkundeter Vertrag über den Kauf eines Hauses, einer Wohnung oder eines Grundstücks mit Preis, Fälligkeit, Übergabe, Haftung und Auflassung.Begriff öffnen
- A bis ZAlle BegriffeDas Lexikon zur Baufinanzierung, kurz erklärt mit Beispielen.Zum Lexikon
Im Bundesmodell gilt: Grundsteuerwert mal Steuermesszahl ergibt den Steuermessbetrag, dieser mal Hebesatz die Grundsteuer. Mit 250.000 €, 0,31 ‰ und 500 % sind das 387,50 € im Jahr.
Gegenüber der Gemeinde der Verkäufer, weil der 1. Januar zählt. Im Kaufvertrag wird meist vereinbart, dass Sie die Lasten ab Besitzübergang tragen und dem Verkäufer den Anteil erstatten. Ab dem Folgejahr kommt der Bescheid an Sie.
Nein. Jede Eigentumswohnung bekommt einen eigenen Grundsteuerbescheid. Das Hausgeld deckt die Kosten der Gemeinschaft, die Grundsteuer zahlen Sie direkt an die Gemeinde.
Zu je einem Viertel am 15. Februar, 15. Mai, 15. August und 15. November. Auf Antrag, gestellt bis zum 30. September des Vorjahres, zahlen Sie den Jahresbetrag am 1. Juli (§ 28 GrStG).
Ja, als laufende Kosten in der Haushaltsrechnung. Mit dem Budgetrechner sehen Sie, welche Rate neben Grundsteuer und Nebenkosten passt. Für die Hausfinanzierung zählt das, was nach allen festen Kosten übrig bleibt.
Ja. Im Bundesmodell sinkt die Steuermesszahl für bebaute Grundstücke mit Baudenkmälern um 10 Prozent (§ 15 Abs. 5 GrStG). Der Abschlag gilt auf Antrag.
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